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Test unter Bundesligisten: MT siegt in Eschwege gegen Hüttenberg

Vor 750 Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle des Eschweger Oberstufengymnasiums besiegte die MT Melsungen den TV Hüttenberg, Aufsteiger in die 1. Bundesliga, in einem Vorbereitungsspiel mit 37:27 (20:15). Beide Teams traten in Bestbesetzung an, lediglich Neuzugang Szymon Sicko, für den noch keine Spielgenehmigung vorlag, fehlte beim TVH. Beide Mannschaften lieferten ihren Fans einen packenden und torreichen Schlagabtausch. Der künftige Klassenkamerad der MT aus Mittelhessen fand nach kurzer Anlaufzeit besser ins Spiel und hatte bis zur 20. Minute die Nase knapp vorn. Erst danach lief es bei den Nordhessen rund. Bis zehn Minuten vor dem Ende hielt der TVH den Abstand weitgehend konstant, dann setzte sich die bessere Physis der MT klar durch. Die meisten Treffer erzielte Michael Allendorf (8/3), bei Hüttenberg traf Moritz Zörb fünfmal ins Netz.

HNA-Foto: MT-Neuzugang Nebojsa Simic wurde nach dem Spiel noch als bester Keeper ausgezeichnet. Mit ihm freut sich Co-Trainer Mile Malesevic.

Vor fast sieben Jahren brach ein junger Handballer im Training zusammen. Ohne Ankündigung, ohne Vorzeichen im Alter von nur 22 Jahren. Alle Hilfsmaßnahmen vor Ort und im Krankenhaus halfen nicht, das Leben von Maximilian Lückert zu retten. Ihm zum Gedenken gibt es jedes Jahr das „Maxi-Lückert-Turnier“, das zudem einen karitativen Zweck verfolgt. Was an diesem Tag an Spenden reinkommt, wird weitergereicht an Wohltätigkeitsorganisationen, diesmal an das Elternhaus krebskranker Kinder sowie das Kinderhospiz Eschwege. Klare Sache, dass die MT Melsungen sofort zusagte, als die Bitte nach einer Teilnahme an sie herangetragen wurde. Als Gegner organisierten die Initiatoren Matthias Eisenhuth und Christian Schröder Bundesliga-Aufsteiger TV Hüttenberg, so dass es zu einem echten Härtetest für beide im noch frühen Vorfeld zur neuen HBL-Saison kam.

Den weitaus besseren Einstieg in das Duell erwischte die MT, bei der Trainer Michael Roth zu Beginn mit Ausnahme von Tobias Reichmann auf eine Blockbildung der „alten“ Melsunger setzte. Was bedeutete, dass Timm Schneider die Spielgestaltung übernahm, dann aber schnell als Unterstützung für Marino Maric an den Kreis überging. Ein anfangs starkes Mittel gegen Hüttenbergs 3-2-1-Deckung, das den Außen Michael Allendorf und Tobias Reichmann genug Raum bescherte, eine frühe 3:0-Führung herauszuwerfen (3.). Die jedoch nur bis zu Marino Maric‘ 5:2 Bestand hatte. Dann waren die Mittelhessen mit einem Mal wach, angelten sich in der Deckung einen Ball nach dem anderen und holten sich mit Ragnar Johannssons Tor zum 6:5 erstmals sogar die Führung (10.).

Dass sie sich nicht gleich weiter absetzen konnten lag an Johan Sjöstrand, der ganz stark die Gegenstöße von Mario Fernandes und Daniel Wenig im Eins-gegen-Eins parierte. Bis zum 8:8 (Maric, 16.) und der ersten Auszeit durch Trainer Michael Roth bleib die Partie ausgeglichen. Zur zweiten Hälfte des ersten Durchgangs kamen mit Felix Danner am Kreis sowie Lasse Mikkelsen und Julius Kühn im Rückraum frische Kräfte. Finn Lemke als weiterer Neuzugang hatte da bereits seine Einsatzzeit bekommen. Vornehmlich im Innenblock der Deckung, aber auch vorn im schnellen Übergang nach Ballgewinnen.

Hüttenberg zeigte jedoch keinen Respekt vor den prominenten Namen, baute weiter erfolgreich auf seine offensive Deckung und blieb zunächst in Vorlage. Erst drei Treffer in Folge von Reichmann, Allendorf und Danner bescherten den Nordhessen nach 23 Minuten wieder eine 14:12-Führung. Und die hielt dann nicht nur, sondern wurde noch vor der Pause ausgebaut. Weil Felix Danner den Raum hinter der TVH-Abwehr gut zu nutzen wusste, Finn Lemke erst mit viel Übersicht als Anspieler glänzte und zum 18:14 schließlich selbst aus dem Rückraum traf. Den Schlusspunkt der ersten Hälfte setzte Michael Allendorf mit seinem achten Tor vom Siebenmeterstrich bei bereits abgelaufener Uhr.

Zur zweiten Halbzeit kamen Melsungens Holländer zum Zuge. Arjan Haenen und Jeffrey Boomhouwer besetzten die Außenbahnen. Dazu rückte Dener Jaanimaa in den rechten, Philipp Müller – wie schon ganz zu Beginn – in den linken Rückraum, Nebojsa Simic löste Sjöstrand im Tor ab. Was zwangsläufig zu einigen Abstimmungsproblemen führte, die Hüttenberg jedoch nicht ausreichend zu nutzen wusste. Melsungens gewohnt starker Innenblock mit Felix Danner und Philipp Müller hielt dem Druck stand, so dass allenfalls ein Tor Abstand eingebüßt, jedoch immer schnell wieder draufgepackt wurde.

Hektisch wurde es um die 40. Minute herum. Zwischen Dener Jaanimaas Toren zum 24:19 und 27:22 lagen gerade einmal 120 Sekunden. Schnelle Abschlüsse waren angesagt, und die jeweils mit viel Präzision auf beiden Seiten. Erst danach bekamen auch die Torhüter wieder ihre Hände an das Leder. Zunächst mit leichten Vorteilen beim ehemaligen Melsunger Fabian Schomburg, der einen starken Eindruck hinterließ und aus kürzester Distanz parierte, dann abgelöst von Nebojsa Simic, der erst den Siebenmeter von Daniel Wenig abwehrte und auch den Nachwurf des Hüttenbergers wegfischte (29:23, 48.).

In den letzten zehn Minuten der Partie merkte man dem TVH die schwindenden Kräfte deutlich an, während Melsungen konsequent durchzog. Ein Tempogegenstoß nach dem anderen oder, wenn es länger dauerte, auch mal die zweite Welle überrollte Hüttenberg förmlich. Julius Kühn, Jeffrey Boomhouwer, Arjan Haenen sowie Finn Lemke schraubten das Resultat innerhalb kurzer Zeit auf 35:24 hoch (55.) und machten den letztlich deutlichen Sieg über den HBL-Neuling klar.

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Das war ein schönes Spiel. Vor allem gegen die offensive Abwehr der Hüttenberger haben wir gute Lösungen gefunden. Das war auch der Grund für die Anfangsaufstellung. Gegen eine solche Deckung ist Feinabstimmung nötig, die unsere Neuzugänge noch nicht haben können. Sie haben sich aber nach einer Viertelstunde, als sie reinkamen, gut integriert. Nicht gefallen hat mir, dass wir schlecht zurückgelaufen sind. 15 Gegentore vor der Pause waren zu viel. Nach dem Seitenwechsel hätten wir das spiel schneller entscheiden können, haben aber zwei dicke Chancen liegen gelassen. Wie überhaupt die Chancenverwertung auch noch steigerungsfähig war. Trotzdem war das ein guter Tag, an dem wir verschiedene Formationen testen konnten.

Adalsteinn Eyolfsson: Melsungen ist eine Mannschaft, die ich diese Saison zu den Top-4 zähle. Sie ist vor allem mir Simic im Tor noch stabiler geworden. Das ist eine Mannschaft, mit der wir uns nicht messen können. Unsere jungen Spieler haben sich noch zu oft Halbchancen genommen und sind dafür bestraft worden. Nur wenn die Abwehr mal normal stand, waren wir doch recht gut dran. Aber das ist der Unterschied zu Melsungen. Wir spielen in der Vorbereitung oft gegen andere Erstligisten. Das ist ein guter Weg zu lernen, wie wir uns später in der Liga behaupten können.

Statistik

MT Melsungen: Sjöstrand (5 Paraden / 15 Gegentore), Simic (6 P. / 12 G.); Maric 3, Kühn 3, Lemke 2, Reichmann 5/1, Mikkelsen, Danner 4, P. Müller 1, Boomhouwer 3, Schneider, Allendorf 8/3, Jaanimaa 3, M. Müller, Haenen 5. - Trainer Michael Roth.

TV Hüttenberg: Ritschel (4 P. / 20 G.), Schomburg (8 P. / 17 G.); Stefan 3/1, Sklenak, Wörner, Lambrecht 2, Wernig 3, Müller, Rompf 4, Zörb 5, Fernandes 2, Johannesson 4, Roth 2, Mappes 1, Hofmann, Hahn 1. - Trainer Adalsteinn Eyolfsson.

Schiedsrichter: Stefan Heine / Sascha Standke (Braunschweig / Hannover)

Zeitstrafen: 2 – 0 Minuten (Kühn 22:55)

Strafwürfe: 4/4 – 2/1 (Wernig scheitert an Simic 47:55)

Zuschauer: 750, ausverkaufte Sporthalle des Oberstufengymnasiums, Eschwege.

Die nächsten Vorbereitungsspiele:

Do., 27.07.17, 19:00 Uhr, Testspiel SG Leonberg/Eltingen – MT
Weitere Infos: sg-leonberg-eltingen.de

Fr., 28.07.17 – So., 30.07.17
, Sparkassencup in Altensteig
Weitere Infos: tsvaltensteig.de

Mi., 02.08.17 – So., 06.08.17
, S-Cup in Hessen und Thüringen
Vorunde mit MT in Gensungen
05.08.17, Halbfinale in Melsungen
06.08.17,  Finale  in Rotenburg   
Weitere Infos: Handballsparkassencup.de

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