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Ausfälle mit dramatischem Ausmaß - jetzt auch noch Schneider!

So viele verletzungsbedingte Ausfälle auf einen Schlag hat die MT Melsungen in ihrer 12-jährigen Erstligageschichte noch nicht erlebt, wie in diesen Tagen. Von den sieben Rückraumspielern, mit denen der nordhessische Handball-Bundesligist in die Saison gestartet war, sind derzeit nur vier einsatzfähig, darunter mit Dener Jaanimaa nur ein einziger Linkshänder. Am Sonntag beim 26:26-Remis in Lemgo fehlte außer den Müller-Zwillingen und Timm Schneider auch noch Kreisläufer Felix Danner. Am Montag hat sich in einer MRT-Untersuchung bei Timm Schneider herausgestellt, dass er sich einen Faserriss im Bauchmuskelbereich zugezogen hat und mindestens zwei bis drei Wochen pausieren muss. Passiert ist es unglücklicherweise im Abschlusstraining am Samstag.

“Diese Lage hat jetzt eine dramatische Dimension angenommen”, gesteht Michael Roth. “Ein solches Pech ist nicht einfach nur schade, sondern echt ärgerlich. Vor allem, weil es sich um den Ausfall einer eingespielten Rückraumformation handelt. Mit Michael Müller etwa fehlt der Spieler, der zu den besten Assistgebern der Liga zählt und von dessen Anspielen besonders die Kreisläufer profitieren. Durch den Wegfall von Timm Schneider ist uns zum Beispiel die taktische Variante des Übergangs aus dem Rückraum an den Kreis genommen. Es müssen also plötzlich die Spieler miteinander klarkommen, die erst seit einigen Wochen bei uns sind”, so der MT-Trainer.

Und nun ist mit der SG Flensburg-Handewitt auch noch der nächste Titelkandidat im Anmarsch (Do., 19:00 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel).

“Das ist schon alles ziemlich schwierig jetzt. Und wenn man dann selber auch noch zu den Ausfällen gehört und der Mannschaft nicht helfen kann, ist das besonders bitter. Gerade gegen meinen ehemaligen Verein hätte ich am Sonntag natürlich gerne gespielt. Nun hoffe ich, dass die Verletzung völlig ausheilt und es tatsächlich nur zwei bis drei Wochen dauert. Genau sagen lässt sich das nämlich nicht vorhersagen”, so ein völlig geknickter Timm Schneider nach dem Remis beim TBV Lemgo.

Trotz der personell prekären Situation soll es bei der MT keine Notverpflichtung geben. “Solche Gedanken kommen einem natürlich - gerade, wenn es sich um Ausfälle auf Schlüsselpositionen handelt. Aber das haben wir schnell wieder verworfen. Denn zum einen ist fraglich, ob es einen entsprechenden Spieler auf dem Markt gibt, zum anderen, ob der dann auch wirklich weiterhilft. Wir vertrauen auf die Spieler die da sind und darauf, dass wir gemeinsam diese heikle Phase überstehen”, erklärt MT-Vorstand Axel Geerken.

Dass man auch in einer sehr engen Besetzung über sich hinauswachsen kann, hat die MT beim letzten Heimspiel gegen Topfavorit Kiel gezeigt. 29:25 lautet das geradezu sensationell anmutende Ergebnis. “So etwas gelingt nur mit einer überdurchschnittlichen Leistung und einem großartigen Publikum im Rücken”, stellte der rekonvaleszente Kapitän Michael Müller seinen Teamkameraden und den Fans in der Rothenbach-Halle ein großes Lob aus.

Sicher, solche Kraftakte sind nicht beliebig wiederholbar, zumal den Spielern im Rückraum mangels Alternativen nun kaum noch Verschnaufpausen zugestanden werden können. “Aber”, so Roth, “wir klagen auch diesmal nicht, sondern wir werden versuchen, mit  noch mehr Motivation und zusammen mit einer hoffentlich wieder tollen Kulisse die Flensburger am Donnerstag so gut wie möglich zu ärgern”.

Der Champions League-Teilnehmer - Flensburg besiegte am Sonntag zum Auftakt in der Königsklasse den dänischen Meister Aalborg Handbold mit 30:27 - gehört in der DKB Handball-Bundesliga auch in dieser Saiosn wieder zu den heissesten Meisterschaftskandidaten. Mit Holger Glandorf (RR) und Rasmus Lauge (RL) verfügen die Nordlichter über die torgefährlichste Rückraumzange der Liga. Die beiden haben zusammen fast die Hälfte der bisherigen 144 Tore erzielt! Dass aber auch diese Mannschaft verwundbar ist, haben Hannover und Leipzig gezeigt. Und vielleicht gelingt ja auch der MT am Donnerstag noch ein weiterer Kraftakt.

Ticketsituation, Stand Montag: Es sind nur noch wenige Restkarten verfügbar.

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