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MT gewinnt 22:19 in Lübbecke – 9 Jaanimaa-Tore

Die MT Melsungen löste die knifflige Auswärtsaufgabe in Ostwestfalen und gewann am Donnerstag beim TuS N-Lübbecke nach 12:11-Halbzeitführung mit 22:19. Die Vorentscheidung fiel bereits sieben Minuten vor Schluss, als Tobias Reichmann per Gegenstoß seine Rotweissen mit 21:15 nach vorn brachte. Die Show des Abends allerdings lieferte Dener Jaanimaa. Dem Halbrechten gelang vor 1.348 Zuschauern in der Merkur Arena fast alles, mit 9 Toren war er der beste Schütze des Spiels. Auf Seiten der Gastgeber traf Marko Bagaric (5) am häufigsten. Für die Nordhessen war dies übrigens erst der zweite Erfolg am Fuße des Wiehengebirges in den letzten zehn Jahren.

Käsler-Foto: Er schoss aus allen Rohren und traf aus allen Lagen - Dener Jaanimaa.

Die ersten Wurfversuche des Spiels wurden hüben wie drüben die Beute der jeweiligen Keeper. Sowohl Lübbeckes Peter Tatai wie auch Melsungens Johan Sjöstrand zeigten sich von Beginn an hellwach. Nach zweieinhalb gespielten Minuten fand der erste Ball sein Ziel – abgefeuert von Dener Jaanimaa, der seine Stammposition verlassen hatte und von ungewohnter Halblinker aus erfolgreich war. Bei den Gastgebern dauerte es bis zur vierten Minute, ehe Marko Bagaric das Eis brach.
Beide Teams stellten eine 6:0-Abwehr, wobei MT-Trainer Michael Roth mit Finn Lemke (für Dener Jaanimaa) und Johannes Golla (für Lasse Mikkelsen) gleich zwei Spieler fliegend wechselte.

In der Folge blieb die Begegnung zwischen dem Tabellenletzten und dem Siebten zunächst ausgeglichen. Zum einen, weil die Torhüter immer wieder gute Paraden zeigten, zum anderen, weil sich weder bei den Hausherren noch bei den Gästen ein gewisser Spielfluss einstellen wollte. Nach Julius Kühns Tor zum 5:6 ließ es Dener Jaanimaa gleich zweimal kurz hintereinander krachen und brachte die Rotweissen mit 8:5 nach vorne (15. Min.).

Würden die Nordhessen nun die Partie an sich reissen? Es schien so. Denn Bagaric’s 6:8 beantwortete Marino Maric nach herrlichem Kühn-Anspiel mit dem 6:9. Danach standen einmal mehr die Keeper im Mittelpunkt. Wobei Johan Sjöstrand die spektakuläreren Szenen hatte. Erst kaufte er dem frei von Rechtsaussen vor ihm auftauchenden René Gruszka den Ball ab, kurz darauf dem an der 6-Meter-Linie ebenfalls völlig unbedrängten Marko Bagaric. Da aber Sjöstrands Vorderleute eine leichte Flaute durchmachten, kamen die Lübbecker immer näher, 8:9 hieß es nach 20 Minuten.

Wie gut aus MT-Sicht, dass im Angriff wenigstens auf Dener Jaanimaa Verlass war. Der Linkshänder war von der Abwehr der Rot-Schwarzen einfach nicht unter Kontrolle zu bringen, von deren Torhüter ebenfalls nicht. Ob mit Würfen aus dem Lauf übers “falsche Bein”, mit ansatzlosen Geschossen aus der Hüfte oder mit Abschlüssen aus dem Sprung – gegen die variablen Bälle des Esten fand der Kontrahent kein Gegenmittel. So ballerte er seine Farben im Alleingang ab dem 8:9 mit drei Treffern in Folge zum 11:12-Halbzeitstand.

Die zweite Spielhälfte begann so, wie die erste. Auf beiden Seiten wurden zunächst Fehlangriffe produziert. Diesmal dauert es aber fast fünf Minuten, ehe der Bann brach. Dafür sorgte Dener Jaanimaa - wer sonst - mit dem 11:13. Noch aber schwamm sich die MT damit nicht frei. Die Ostwestfalen blieben ihr nämlich über die Zwischenstände 12:14 (38.) und 13:15 (39.) auf den Fersen. Zwischenzeitlich konnte Julis Kühn zwar eine Überzahl nutzen, aber postwendend gelang auch den dezimierten Lübbeckern durch Bagaric ein Tor.

Dann brachte Michael Roth frische Kräfte von der Bank: Timm Schneider übernahm für Lasse Mikkelsen die Regie, Finn Lemke ersetzte auf Halblinks Julius Kühn, Tobias Reichmann auf Halbrechts Dener Jaanimaa und Philipp Müller wurde in die Abwehr beordert. Kurz zuvor hatte Nebojsa Simic, der für Johan Sjöstrand zwischen die Pfosten gegangen war, einen Strafwurf von Rene Gruszka unschädlich gemacht.

Lübbecke wollte weiter Boden gut machen, allein die Möglichkeiten waren begrenzt. Und auch etwas mehr Härte in der Abwehr führte nicht zum gewünschten Erfolg. Zweimal hintereinander konnten MT-Angreifer nur auf Kosten eines Siebenmeters ausgebremst werden. Zwei Gelegenheiten, die sich dann Michael Allendorf und Tobias Reichmann nicht entgehen ließen (13:17, 44. Min.). Zudem fing sich TuS-Keeper Tatai einen Zweiminutenstrafe wegen Meckerns ein.  

Weil aber auch die MT zweimal unaufmerksam war und durch die Flügelzange Tim Remer und Luka Rakovic zwei Gegentreffer hinnehmen muste, war der Vorsprung wieder bis auf zwei Tore zusammengeschmolzen (15:17., 46.).

Aber dann legt die MT mit einem 4:0-Lauf einen ordentlichen Zwischenspurt hin – der sich später als Vorentscheidung herausstellen sollte. Der zurück gekehrte Dener Jaanimaa machte den Auftakt. Nebojsa Simic ließ eine Parade folgen und Finn Lemke das 15:19. TuS-Trainer Aaron Ziercke versuchte den Vorwärtsdrang der MT per Timeout zu stoppen.

Das gelang aber nicht. Denn nach Wiederaufnahme des Spiels setzte Rechtsaußen Luka Rakovic einen Heber auf die Latte, kurz darauf verwandelt Tobias Reichmann von der Strafwurflinie zum 15:20 und legt dann gleich noch mittels eines schnellen Konters zum 15:21 nach. Von da an waren noch genau sechs Minuten zu spielen. Eine Zeitspanne, die die Gastgeber lediglich noch zur Ergebniskosmetik nutzen konnten. Mit dem 22:19-Auswärtssieg baut die MT ihre Mini-Erfolgsserie weiter aus und wird nach neun Spieltagen mit Tabellenplatz vier belohnt.
 
MT-Stimmen zum Spiel:

Michael Roth: Wir haben heute kein gutes Spiel gezeigt, aber dennoch aufgrund der starken Abwehrleistung verdient gewonnen. Das waren zwei sehr wichtige Punkte für uns. Im Positionsangriff lief es überhaupt nicht rund. Und wenn dann noch Spieler wie Julius Kühn oder Lasse Mikkelsen mal nicht so einen guten Tag erwischen, haben wir schon einige Probleme. Dann ist es gut, wenn andere in die Bresche springen. Mitte der zweiten Hälfte konnten Timm Schneider und für einige Minuten auch Finn Lemke Entlastung im Angriff bringen und Philipp Müller in der Abwehr. In der defensive hat sich gezeigt, dass wir gut auf den Gegner eingestellt waren. Dabei konnten wir uns auch auf die sehr guten Leistungen unserer beiden Torhüter verlassen. In der Vorwärtsbewegung hingegen sind uns zu viele einfache Fehler unterlaufen. Das kann gegen einen stärkeren Gegner ins Auge gehen. Insgesamt sind wir aber angesichts der Tatsache der Verletztenmisere mit der bisherigen Ausbeute sehr zufrieden.

Dener Jaanimaa: Es gibt so Tage, an denen einem fast alles gelingt. So einen habe ich heute offenbar erwischt. Ich hatte durch meine guten Leistungen aus den letzten Spielen das nötige Selbstvertrauen. Allerdings läuft es bei uns im Angriff nicht rund. Was nicht verwunderlich ist, denn wir spielen in dieser Besetzung im Rückraum ja erst seit rund drei Wochen zusammen. Und wenn dann das Tempo hoch ist, passieren eben Fehler. Ich finde, mit diesem Sieg haben wir gezeigt, wohin die Reise noch gehen kann.

Tobias Reichmann: Wir haben uns ziemlich schwer getan. Aber wir wussten auch, was hier in Lübbecke auf uns zukommt. Wir haben in der ersten Halbzeit vorne viele Fehler gemacht. In der zweiten Hälfte haben wir viel weniger Bälle weggeworfen und auch die Abwehr stand noch etwas besser. Als Außen würde ich mich natürlich über mehr Anspiele freuen. Wir haben über Links und Rechts heute insgesamt nur drei Tore erzielt und auch der Gegenstoß läuft noch nicht wie geplant. Letztlich aber haben wir zwei wichtige Punkte geholt und das zählt.

Statistik

 
TuS N-Lübbecke: Tatai (9 Paraden / 16 Gegentore), Birlehm (2 P. / 6 GT) – Genz 1, Kaleb, Bechtloff, Grabaczyk, Gierak 2, Bagaric 5, Gruszka 2/1, Rakovic 1, Torbrügge, Schade, Zetterman 3, Remer 5/1 – Trainer Aaron Ziercke.

MT Melsungen: Sjöstrand (10 P. / 15 GT), Simic (6 P. / 4 GT.) – Maric 2, Kühn 3, Lemke 1, Golla, Reichmann 4/3, Mikkelsen, Danner, P. Müller, Boomhouwer, Schneider 1, Allendorf 2/1, Jaanimaa 9, Haenen – Trainer Michael Roth.

Schiedsrichter: Peter Behrens (Wuppertal) / Marc Fasthoff (Neuss)

Zeitstrafen: 8 – 6 Minuten (Torbrügge, 31:37 Min.; Grabaczyk, 36:07 Min.; Tatai, 42:53 Min. – Golla, 17:25 Min.; Jaanimaa, 41:02 Min.Schneider, 58:30 Min.).

Strafwürfe: 2/3 – 4/5 (Gruszka scheitert an Simic, 40:59 Min. – Reichmann wirft neben das Tor, 19:44 Min.).

Zuschauer: 1.348 in der Merkur Arena in Lübbecke.

Die nächsten Spiele
Mi., 18.10.17, 19:00 Uhr, DHB-Pokal 1/8-Finale: MT Melsungen - SC DHfK Leipzig, Rothenbach-Halle
So., 22.10.17, 12:30 Uhr. DKB HBL: MT Melsungen - SC Magdeburg, Rothenbach-Halle

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